Digi-war da was? Die Logistikwelt von draußen betrachtet


Basierend auf einer Online-Umfrage unter gut 1.600 Erwerbstätigen aus Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde kürzlich von der Haufe Gruppe hinterfragt, welche Auswirkungen die Befragten auf das Topthema Digitalisierung nach Corona erwarten. Es zeigt sich: wer ein hohes Digitalisierungspotenzial hat beziehungsweise für sein Unternehmen identifiziert, der passt sich stärker und schneller an veränderte Bedingungen an als der Durchschnitt der Befragten. Das leuchtet ein, allerdings stellt sich die Frage, wo wir realistisch ansetzen können und mit welchem Zeithorizont diese Prozesse umgesetzt werden können. Gleichzeitig geht es jetzt darum genau zu schauen, wie Schlüsseltechnologien und Veränderungsprozesse in zahlreichen Branchen seitens der Politik unterstützt werden können. Dazu gehören Innovationsfonds, Forschungsgelder genauso wie Deregulierung sowie verschiedene arbeitsmarktpolitische Instrumente. 


Wie immer gilt: Branchenszenarien bieten Raum für lebhafte Diskussionen und ermöglichen uns in die Zukunft zu schauen. Kürzlich veröffentlichte die Management- und IT-Beratung MHP das White Paper Logistik 4.0 – Intelligent, Integriert, Autonom, mit zahlreichen interessanten Ansätzen  Was wir daraus mitgenommen haben?  40 Prozent aller Lkw-Fahrer in Deutschland gehen bis 2040 in Rente, das entspricht laut Unternehmensberatung Roland Berger einer Bedarfslücke von 150.000 Fahrern. Operative Tätigkeiten von Einkäufern und Disponenten werden sich sehr deutlich verändern, zumal sich das Berufsbild sowohl intern als auch extern immer mehr zum Schnittstellenmanager entwickelt. Fazit: die Anforderungen an das IT-Know-how nehmen zu und auch die Datenanalysefähigkeit wird in den Vordergrund rücken. Digitalisierte sowie automatisierte Logistikprozesse und Lieferfahrzeuge senken die Logistikkosten für standardisierte Transporte bis 2030 um 47 Prozent.


Logistik ist natürlich weit mehr als eine Trendstudie, dahinter steht eine der wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft.


„Die Logistikbranche ist als drittgrößter Wirtschaftsbereich nach der Automobilwirtschaft und dem Handel und mit über drei Millionen Beschäftigten unverzichtbar für den Standort Deutschland. Auf europäischer Ebene nimmt die deutsche Logistikbranche mit 25 Prozent Marktanteil eine führende Position ein“, so zitiert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Anfang September gab es eine Videokonferenz im Austausch mit führenden Vertretern der verschiedenen Transport- und Logistikverbände, darunter der Bundesverband Möbelspedition (AMÖ), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), der Bundesverband Wirtschaft und Logistik (BWVL) und der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) zu den aktuellen Herausforderungen der Branche. Die Themen reichten vom Fachkräftebedarf, der Bedeutung von Werkverträgen bis hin zur Digitalisierung in der Logistikwirtschaft sowie den Klimaschutzzielen 2030 und 2050. 


Bei den Digitalisierungsfortschritten und der Reduzierung von C02-Emissionen landen wir wieder bei den gesellschaftlich relevanten Themen, zu denen Carrypicker maßgeblich mit seinen aktuellen Forschungsdaten und Lösungsansätzen beiträgt.  Erfreulich zu lesen, dass die Nachhaltigkeitsfragen bei immer mehr Unternehmen auf die Tagesordnung gehören. Laut aktueller Bitkom Umfrage zur Industrie 4.0 sieht das folgendermaßen aus: Ein Großteil der Unternehmen ist der Meinung, dass vernetzte Maschinen, vorausschauende Wartungssysteme und Automatisierung für mehr Nachhaltigkeit sorgen können. Drei Viertel der deutschen Industrieunternehmen, (73 Prozent) sind davon überzeugt, dass Industrie 4.0 den CO2-Ausstoß verringert. Jedes zweite Industrieunternehmen hat sich bereits eine Selbstverpflichtung zur Senkung des CO2-Ausstoßes auferlegt, weitere 34 Prozent planen dies konkret. Jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) hat zudem eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet, 40 Prozent haben dies vor. Bei der repräsentativen Studie zur Digitalisierung der deutschen Industrie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom wurden 552 Industrieunternehmen befragt. ZU den Fragen „Welche der folgenden Maßnahmen im Zusammenhang mit Klimaschutz und Nachhaltigkeit haben Sie in Ihrem Unternehmen bereits umgesetzt oder planen Sie aktuell umzusetzen?“ und „Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit und Industrie 4.0 zu?“  wurden die Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern interviewt. 


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